Nachdem ich letzte Woche bereits über das für mich wichtigste Spiel auf dem GameCube, Eternal Darkness – Sanity’s Requiem, gesprochen habe, ist beim dieswöchigen Thema “Kälte” wieder einmal dieser putzige kleine Würfel gefragt. Kaum ein Spiele habe ich so häufig immer mal wieder eingelegt, wie dieses. Ich spreche natürlich vom besten Teil eines langen Franchises: SSX3.
“Aber Andy, wieso denn der dritte Teil? Und wieso ausgerechnet der GameCube?” mögen manche fragen, aber die Antwort ist leicht: SSX On Tour, der vierte Teil, war Schrott, und auch wenn SSX3 ebenfalls auf Xbox und PS2 erschienen ist, war es doch der GameCube, der augenscheinlich die schönsten Bilder auf die alte Röhre gezeichnet hat. Keine Explosionen, keine Animationen, nein … ich spreche von kühlem Glitzer.
SSX3 ist ein Spaßsportspiel. Ein lässiger Kommentator legt coole Tracks auf, und die absurd stylishen Spielfiguren leisten immer atemberaubende Tricks, die mit unserem Verständnis von Schwerkraft und anderen Naturgesetzen schwer in Einklang zu bringen sind. Doch das schönste und entspannteste waren nicht die 1080° Drehungen, sondern die einfache Abfahrt durch bläulich glitzernden Neuschnee – jederzeit im eigenen Wohnzimmer.
Fetzig hat diese Woche ebenfalls SSX ausgesucht und erzählt uns von einer ganz anderen Seite dieses tollen Spiels, eine Seite die ich selbst tatsächlich nie wirklich angerührt habe. Das zeigt deutlich, wie sehr dieses Spiel vor allem ein Spielplatz war, eine Spielwelt, in der man eigentlich machen konnte, was man will. Es gab viele Möglichkeiten zum Tal zu gelangen, und eigentlich nur vage vordefinierte Strecken. SSX3 war das erste mir bekannte Spiel, in dem eine derart große Spielwelt nicht in einzelne Level aufgeschnitten wurde, sondern nach Bedarf gestreamed, also nachgeladen wurde, je nachdem wo der Spieler gerade entlang fährt.
Für mich war das Größte also Freeride, mit dem Hubschrauber ab zum Startpunkt “The Throne”, dem höchsten Punkt des Berges. DJ? Hintergrundmusik? Alles abgeschaltet, stattdessen hört man das Knirschen des Schnees unter dem Board, und das Knacken von Ästen an einem Baum während einem Grind, während einem der kalte Wind um die Ohren pfeift. Wilde Tricksereien? High-Score Jagd? Uninteressant, ein paar Tricks und Sprünge hier und da, aber ansonsten genießt man weite Wälder, eisige Höhlen und trügerische Schneefelder und schaltet eine halbe Stunde lang ab – so lange fährt man bis ins Tal.
Leider war SSX, zumindest so wie ich es gespielt habe, seitdem unerreicht. Amped 3, einer der Xbox 360 Launchtitel, war viel zu übertrieben und absurd. SSX on Tour war extrem auf Getrickse ausgelegt, Freeride hat nur wenig Spaß gemacht. Ob die alten Qualitäten beim bald erscheinenden fünften Teil, nur “SSX” genannt, wieder auftauchen werden? Ich bin gespannt, und ziehe mich schonmal warm an.





Schöner Beitrag. Hier im Projekt herrscht ja eine große Liebe für SSX. Scheint so, als müsste ich mir das auch mal ansehen.
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